Veranstaltungen September

WILLKOMMEN IN GOTTES HERDE



Die Kinder in der Kinderkirche spielen Verstecken. Das tun sie auch heutzutage noch genau so gern wie damals, als ich Kind war. Einer zählt und alle anderen verstecken sich ganz schnell. Leise und vorsichtig bleiben sie in ihrem Versteck, während der Suchende unterwegs ist. Sie genießen es, dass sich jemand ihnen zuwendet und sie sucht, ganz besonders dann, wenn sie das letzte versteckte Kind sind.

„Mäuschen piep einmal“ ruft es dann durch den Garten, denn keines wird zurückgelassen, auch wenn es noch so gut versteckt ist. Alle werden gefunden. Und wer am Ende doch nicht gefunden wurde, wird gebeten von selbst herauszukommen und ist natürlich frei.
Jesus erzählte eine ganz ähnliche Geschichte: Wenn ein Mensch hundert Schafe hat und eines geht verloren, was wird er tun? Lässt er nicht die neunundneunzig in der Wüste zurück, um das verlorene Schaf so lange zu suchen, bis er es gefunden hat? Dann wird er es glücklich auf seinen Schultern nach Hause tragen und seinen Freunden und Nachbarn zurufen: Kommt her und freut euch mit mir, ich habe mein Schaf wiedergefunden.
Gott ist wie ein guter Hirte, der sich um die Menschen sorgt, wie der Hirte um die Schafe. Wenn ein Mensch allein ist, sich ausgestoßen und zurückgelassen fühlt, dann sucht Gott nach ihm. Er lädt ihn ein zu seiner Herde dazuzukommen. Denn da ist jeder willkommen.
Ja, so eine Kirchengemeinde ist schon so etwas wie eine Schafherde. Da gibt es alte Menschen und junge, aktive und die die lieber Zuschauer bleiben und jeder ist mit seinen eigenen Ideen und Vorstellungen unterwegs. Klar, dass es da auch mal „Zickenkrieg“ gibt, aber das gehört eben auch dazu. Schließlich soll jeder so sein dürfen, wie er ist. Zwei wichtige Dinge verbinden uns: Das Vertrauen in Gott, das wir immer wieder üben und die Gemeinschaft miteinander.
Wer also noch immer allein und einsam im Versteck sitzt und nicht gefunden wurde, ist frei, von selbst herauszukommen und dazuzugehören. Gott würde sich freuen und die Leute in der Kirche auch. Willkommen in Gottes Herde!


Gedanken zum 3. Sonntag nach Trinitatis von Gemeindepädagogin Anke Fritzsch

 


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