Hinter Gottes Adventskalendertürchen gibt es keine Schokolade oder Spielzeug oder Kosmetikartikel. Es ist ein Adventskalender, mit dem er den Menschen begegnen und ihre adventliche Sehnsucht wachhalten möchte.
Gott steigt jeden Tag durch das Türchen und kommt auf der anderen Seite der Tür in besonderer Gestalt und an einem Ort auf der Erde an.
Am 1. Dezember hat es geschneit. Gott hat eine dicke Jacke an, Handschuhe, Schal und Mütze und einen Schneeschieber in der Hand. Damit steht er vor dem Haus einer alten Dame. Sie steht mit Sorge am Fenster. „Hoffentlich fällt niemand hin auf dem rutschigen Gehwegstück vor meinem Haus“, denkt sie, „und bei dem Schnee kann ich heute unmöglich mit dem Rollator bis zum Café in der übernächsten Straße und meine beiden Freundinnen treffen.“ Dabei hat sie große Sehnsucht, der Einsamkeit ihrer Wohnung zu entfliehen. Da ist plötzlich dieser fröhliche ältere Herr mit Mütze, Schal und Schneeschieber vor ihrer Tür, als wäre er geradewegs vom Himmel gefallen. Er winkt ihr fröhlich zu und schiebt den Schnee auf ihren Wegen weg. Sie sieht ihm mit etwas feuchten Augen vom Fenster aus zu. Als er fertig ist, öffnet sie das Fenster und winkt ihn heran. Sie drückt ihm einen 5-Euro-Schein in die Hand und bedankt sich herzlich. „Gern geschehen“, sagt Gott und geht seiner Wege.
Am 2. Dezember ist Gott ein Junge mit einem Fußball und befindet sich auf einem Spielplatz. Dort sitzt auch Tony missmutig auf der Bank und starrt vor sich hin. Gott dribbelt mit dem Ball um den Jungen herum, bis der aufschaut. „Wollen wir ne Runde kicken?“, fragt Gott. „Warum nicht,“ antwortet der Junge. So rennen die Jungen mit dem Ball über die matschige Wiese und schießen den Ball dabei ab und zu mit voller Energie gegen die Mauer. Wut rauslassen tut gut. „Hey ihr, gebt uns euern Ball?“ Drei weitere Jungen stehen auf dem Spielplatz. „Nee, aber ihr könnt eine Mannschaft sein und gegen uns spielen?“, antwortet Gott und so spielen sie, bis es dunkel wird. Dann wollen alle los, außer Tony. „Ich bleib noch, meine Eltern streiten und schreien sich nur wieder an.“ „Wir müssen nach Hause, komm doch morgen wieder, dann spielen wir weiter!“ verabreden sich die 4 Jungen.
Am 3. Dezember ist Gott eine alte Frau. Sie sitzt schwer atmend auf ihrem Rollator auf dem Fußweg. Viele Menschen gehen vorbei. Eine junge Frau bleibt bei ihr stehen und fragt, ob sie Hilfe braucht. Gott sagt: „Es geht schon gleich wieder, ich brauche nur eine kurze Pause.“ Die junge Frau lächelt: „Das hätte meine Mama auch gesagt.“ Sie schaut nachdenklich zu Boden und sagt: „Ich vermisse sie sehr, gerade jetzt im Advent.“ So kommen die beiden miteinander ins Reden und die junge Frau begleitet die ältere bis zur Bushaltestelle an der Ecke. Als der Bus kommt, steigt Gott ein und fährt davon.
Wo war Gott wohl am 4., 5. und 7. Dezember? Und wo wird ihn sein Adventskalender morgen und übermorgen auftauchen lassen? Vielleicht bei Ihnen?
Ich wünsche Ihnen sehnsuchtsvolle und gesegnete Adventstage!