Durch die vier vorgestellten Worte ist das Kirchenlied „Stern, auf den ich schaue“ bei Einigen in Ungnade gefallen. Der Dichter würdigt Jesus in diesem Lied als Sicherheit und Orientierung im Leben. Und er nennt ihn „Führer, dem ich traue“. An dem Wort „Führer“ nehmen einige heute heftig Anstoß. Das tun sie zu Unrecht. Das Lied war schon 32 Jahre alt, als in Braunau am Inn der kleine Adolf Hitler das erste Mal laut schrie. Und in unserer deutschen Geschichte war nichts weiter von vertrauenswürdiger Führung entfernt, als der, der dann ab 1933 als „Führer“ und Reichskanzler weiter schrie.
Wir Menschen brauchen Führung. Wir brauchen für unsere Gesellschaft Frauen und Männer, die bereit sind, Verantwortung für andere Menschen zu übernehmen: in Unternehmen, Behörden, in Gemeinde, Land und Staat, auch in Kirche, Kirchenkreis und Gemeinde.
Wir brauchen Führerinnen und Führer, denen wir vertrauen können. Wir brauchen Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, Entscheidungen zu treffen und sich dabei auch angreifbar zu machen. Menschen, die nicht nur auf „die da oben“ schimpfen, sondern selbst bereit sind, zu führen. Vielleicht nicht „da oben“, sondern inmitten aller. Je mehr Menschen bereit sind, Verantwortung – und damit Führung – zu übernehmen, desto besser. Führung tut not und Führung gehört auf möglichst viele Schultern.
Dabei sollte stets gelten: so viel Führung wie nötig, so viel Freiheit wie möglich! Das wiederum geht nur, wenn sich Führende und Geführte vertrauen. Sonst heißt es bald: So viel Freiheit wie nötig, so viel Führung wie möglich.
Wir Menschen brauchen Führung. Wir suchen immer wieder Orientierung und Sicherheit im Leben. Ich habe sie bei Jesus gefunden und lade Sie ein, sich auch auf ihn einzulassen und ihm nachzufolgen. Er ist der Führer, dem ich vertraue. Denn er war bereit, für mich durch die Hölle zu gehen. Ich will versuchen, ihm zu folgen und für ihn durch das Leben zu gehen.
Gedanken zum Sonntag Okuli von Thorsten Minuth, Pfarrer in Gladau, Dretzel und im Kirchspiel Gloine