Verlag am Birnbach - Motiv zur Jahreslosung 2026 von Stefanie Bahlinger, Mössingen

Kirchenkreis Elbe-Fläming -
Kirchenkreis in blau und grün

Blau und grün sind die Farben unseres Kirchenkreises. Das Grün von Feldern, Wiesen und Wäldern durchzogen vom Blau der Elbe mit ihren Nebenflüssen und dem Elbe-Havel-Kanal prägen die Landschaft zwischen Altmark, Börde und Fläming. Darin eingebettet wird in 106 kleinen und großen Kirchengemeinden christliche Gemeinschaft gelebt. Aus dem Wort Gottes heraus erwächst immer wieder Neues und finden Menschen jeden Alters Freude, Hoffnung und Trost im Glauben.

Lassen Sie sich einladen auf einen Streifzug durch unseren Kirchenkreis mit seinen zahlreichen altehrwürdigen liebevoll gepflegten Kirchengebäuden.

 

 AN(GE)DACHT ZUR LANDTAGSWAHL

 

Wofür wir stehen – und was bei dieser Wahl auf dem Spiel steht

Am 6. September wird in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt. Diese Wahl entscheidet nicht nur darüber, wer unser Land in den kommenden Jahren regiert. Sie ist auch eine Entscheidung darüber, wie wir in Zukunft miteinander leben wollen.

Als Christinnen und Christen fragen wir deshalb auch, ob politischen Vorstellungen und Pläne der verschiedenen Parteien mit unserem Glauben und der Botschaft der Bibel vereinbar sind. Unser christliches Menschenbild beginnt mit der Überzeugung: Jeder Mensch besitzt seine Würde von Gott her. Sie hängt nicht von Herkunft, Leistung, Gesundheit, Behinderung oder sozialem Status ab.

Gerade deshalb können wir die Position der AfD, die die Menschen nach Herkunft, Zugehörigkeit oder vermeintlicher Nützlichkeit unterscheidet, nicht mit unserem christlichen Menschenbild vereinbaren.

Das gilt für ihre Politik gegenüber Geflüchteten und Asylsuchenden ebenso wie für ihre Forderungen nach einer sogenannten „Remigration“. Eine solche Sprache schafft ein Klima der Ausgrenzung und Angst – und kann auch Menschen treffen, die längst hier leben, arbeiten und zu unserer Gesellschaft gehören.

Auch in der Bildung setzt die AfD Schwerpunkte, die mit dem christlichen Menschenbild nicht vereinbar sind. Die Idee von Inklusion und Integration wird grundsätzlich infrage gestellt. Wir dagegen wollen eine Gesellschaft, in der Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen Begabungen und Voraussetzungen ihren Platz finden und niemand vorschnell abgeschrieben wird.

Doch es geht bei dieser Wahl um mehr als Migration und Schule. Es geht auch um die Frage, was eine Gesellschaft für Menschen tut, die Hilfe brauchen. Beratungsstellen, Telefonseelsorge, Tafeln, Jugend- und Sozialarbeit, Flüchtlingshilfe und viele andere Einrichtungen der Wohlfahrt und auch der Kirchen tragen dazu bei, dass Menschen in schwierigen Situationen nicht allein bleiben. Hier darf um der betroffenen Menschen willen nicht gestrichen werden.

Ebenso wichtig sind freie Medien, Kunst und Kultur. Eine demokratische Gesellschaft braucht unterschiedliche Stimmen, kritischen Journalismus, freie Kunst und die Möglichkeit, auch unbequeme Fragen zu stellen. Wo Medien politisch vereinnahmt werden und Kunst zum
Bekenntnis zu Nationalismus verpflichtet werden soll, ist unsere demokratische Freiheit in Gefahr. Wenn öffentliche Förderung für soziale, kulturelle und gesellschaftliche Projekte zurückgefahren wird, trifft das deshalb nicht nur die Kirche. Es trifft Menschen und Strukturen, die für den Zusammenhalt unseres Landes wichtig sind.

Als Christinnen und Christen stehen wir für eine offene und demokratische Gesellschaft. Demokratie lebt davon, dass Menschen unterschiedlicher Meinung sein können, dass Minderheiten geschützt werden, dass Macht begrenzt ist und dass politische Gegner nicht zu
Feinden gemacht werden. Streit gehört zur Demokratie – die Herabwürdigung von Menschen nicht. Da, wo dies geschieht, müssen wir als Christinnen und Christen energisch widersprechen. Aber wir tun dies, ohne selbst zu hassen oder selbst andere Menschen herabzuwürdigen. Unser Maßstab bleibt die Liebe zum Nächsten – auch dann, wenn wir seine politischen Überzeugungen nicht teilen oder sogar entschieden ablehnen.

Wir möchten Sie deshalb dazu ermutigen, Ihre eigene Wahlentscheidung noch einmal bewusst zu prüfen. Nicht nur danach zu fragen, was uns persönlich versprochen wird, sondern auch danach, welches Menschenbild hinter einem politischen Programm steht.

Wir wünschen uns ein Sachsen-Anhalt, in dem niemand weniger wert ist, weil er fremd, arm, krank, behindert oder auf Hilfe angewiesen ist. Ein Land, in dem Unterschiede nicht automatisch als Bedrohung gesehen werden, Medien frei bleiben, Kunst nichts vorgeschrieben wird und wir Verantwortung füreinander übernehmen, egal wer wir sind. Das ist für uns keine parteipolitische Frage. Es ist eine Frage unseres Glaubens.

Darum bitten wir Sie: Schauen Sie genau hin. Prüfen Sie die Programme. Und fragen Sie sich bei Ihrer Wahlentscheidung auch: Welche Gesellschaft möchte ich meinen Kindern und Enkeln hinterlassen?

Gedanken zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt von Pfarrer Martin Vibrans und Ordinierter Gemeindepädagoge Martin Zander

 

Andacht: Pfarrerin Ute Mertens in der Stadtkirche Möckern
Songtext „Atempause“ von Eddi Hüneke, ehemals Wise Guys
Musik „Impressions“ von Michael Schütz