Freiheit ist ein Problem, wenn sie fehlt. Freiheit ist ein Problem, wenn sie keine Grenzen kennt:
Fehlt sie, dann entscheiden andere über Dich: was du tun sollst, was du sagen oder schlimmstenfalls sogar was du denken darfst. Hat sie keine Grenzen, dann setzten sich die Lauten, die Rücksichtslosen und Gewaltbereiten durch und bestimmen, was du tun sollst, was du sagen oder schlimmstenfalls sogar was du denken darfst. Das ist schon paradox!
Deshalb möchte ich Ihnen eine paradoxe Lösung für dieses Problem vorstellen: die Freiheit, Christus gehorsam zu sein.
Sind aber Freiheit und Gehorsam nicht wie Wasser und Feuer? Wie Licht und Dunkelheit? Schließt das eine das andere nicht aus? Ist Freiheit nicht, wählen zu können, was man tun will, ohne darüber Rechenschaft zu geben?
Wer letzteres vertritt, der verwechselt Freiheit mit Willkür. Freiheit ist immer dadurch bestimmt, wovon man frei ist und wozu man frei ist. Und wirklich frei ist nur, wer seine Freiheit jederzeit verantworten kann: vor sich selbst, vor seinen Mitmenschen, vor dem, was dem Leben Sinn gibt.
Wer aber leugnet, dass das Leben einen Sinn hat, der kann nicht frei sein, sondern er kann allenfalls willkürlich aus Möglichkeiten auswählen. Wer seinen Mitmenschen nicht ebenso achtet, wie sich selbst, der kann ebenfalls nicht frei sein, sondern er kann auch nur willkürlich aus Möglichkeiten auswählen.
In beiden Fällen wird das Leben zu einem sinnlosen Kreisen um sich selbst und um eine Freiheit, die keine Grenzen kennt: nicht die Grenze der Freiheit der Anderen und nicht die Grenzen von Tugend und Moral.
Ist aber die Grenze in Christus, dem aus Liebe zu allen Menschen menschgewordenen Gott, dann dient die Freiheit allen – und kommt allen zu gute.
Gedanken zum 11. Sonntag nach Trinitatis von Thorsten Minuth, amtierender Superintendent des Kirchenkreises Elbe-Fläming