Kirchenkreis Elbe-Fläming

DIE GÜTE DES HERRN



Die Güte des HERRN ist's, dass wir nicht gar aus sind, ... der Herr verstößt nicht ewig; sondern er betrübt wohl und erbarmt sich wieder nach seiner großen Güte. (Klagelieder 3, 22 und 32).

Jeremia hält angesichts des Gerichts Gottes über sein Volk am Glauben fest, der ihm und uns die Kraft gibt, im Bösen auf Gott zu hoffen und das Leid im Leben anzunehmen. Wo wir in Hoffnungslosigkeit die Hoffnung festhalten, hat "Christus dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht ... durch das Evangelium".
Sehen wir die Krise der Kirche einmal aus diesem Blickwinkel. "Die Güte des Herrn ist es, dass wir nicht gar aus sind!" ist dann ein gutes Leitwort. Unser Glaube muss sich angesichts des Gerichts Gottes bewähren. Die Stimme des Evangeliums ist viel zu lange schon viel zu leise gewesen.
Die Zukunft der Gemeinde hängt an dem Glauben und an dem Evangelium, dass Jesus "dem Tode die Macht genommen hat". Wenn wir diese Botschaft im Herzen haben, wird uns der Mund im Lob Gottes überlaufen und wir werden wieder erstarken. Christi Auftrag an die Kirche ist es, den Ausweg aus der Hoffnungslosigkeit zu verkündigen. Dabei geht es nicht zuerst um Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung - auch nicht um Gendergerechtigkeit, gleichgeschlechtliche Partnerschaften und Klimaneutralität. Der Gemeinde ist das Evangelium Jesu Christi anvertraut, um damit Licht in die Dunkelheit, Heil in eine unheile Welt und Frieden in zerrissene Herzen zu bringen. Die politischen Konsequenzen daraus zu ziehen und umzusetzen, ist die Aufgabe der Bürger unserer Republik.
Unsere Aufgabe als Kirche ist es, Gottes Wort in Gesetz und Evangelium zu verkündigen. Und das heißt in Tagen der Hoffnungslosigkeit und der Angst: "Der Herr verstößt nicht auf ewig, sondern er betrübt wohl und erbarmt sich wieder nach seiner großen Güte."


Gedanken zum 16. Sonntag nach Trinitatis von Pfarrer Thorsten Minuth, Kirchspiel Gloine/Tucheim

 


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